Donnerstag, 28. Oktober 2010
Von lieben Postboten und schlimmen Montagen
Und tatsächlich. Kaum war das Gedicht geschrieben, ging es mir besser und ich konnte am Dienstag "durchstaten".
Da ich grade etwas erkältet und auf dem Rad nicht so gut unterwegs bin, lief ich mit meinen Spatz zur Kita. Er fuhr, im Kinderwagen. Auf halbem Weg sehe ich unseren Postboten. Der ist wirklich ein Schatz. Er kommt auch zu meiner Mutter und kennt mich noch aus der Zeit, da ich zu Hause gewohnt habe. Da meine Mutter nun öfter mal ihre Pakete zu mir schicken lässt, dass sie auch angenommen werden können, kommt er des öfteren zu uns, und ist auch so lieb, wenn mal keiner da ist, die Pakete beim Sonnenstudio abzustellen.
Am Dienstag hat er mir mal wieder bewiesen, was für ein Glück man mit einem guten Postboten haben kann. Er winkte mir ganz komisch zu, machte ein viereckige Geste mit der Hand und verwirrt blieb ich erst mal stehen. Zum Glück. Er fuhr neben ran und kam voller Elan aus dem Postauto gesprungen.
"Ist jemand zu Hause?", fragte er und ich schüttelte noch immer etwas perplex den Kopf. Kurzerhand drückte er mir ein Paket in die Hand und kaum hatte ich den Absender gesehen, hüpfte ich tatsächlich einmal durch die Straße. Es kam vom Noel-Verlag und darin, das wusste ich wohl, lagen die ersten, druckfrischen Exemplare meines neuen Kinderbuches "In Mamas Bauch". Ja, ich hab schon glück mit meinem Postboten, sonst hätte ich glatt bis Nachmittags warten müssen, um mich freuen zu können. Und so ein bisschen Freude am Morgen tut uns doch allen gut!
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Internet-Shopping oder Flopping
Einkaufen, ja zum Einkaufen komm ich. Zum Aldi, Lidl oder Rewe, wenns der Geldbeutel zulässt. Brot und Klopapier, Wurst und Waschmittelt, das kauf ich ein.
Aber Shoppen ist etwas ganz anderes, shoppen heißt eben nicht gleich einkaufen. Nein, ihr lieben Deutschlehrer, die ihr für den Erhalt der deutschen Sprache seid, und deswegen das eingedeutsche "Shoppen" mit "Einkaufen" übersetzten wollt. Das geht nicht, die Bedeutung, die Semantik ist eine andere. Wirklich.
Shoppen, das heißt eher bummeln, oder schon einkaufen, aber in anderer Hinsicht. Nicht diese notwendigen Dinge, die wir jeden Tag brauchen. Sondern ziemlich individuell diese Dinge, die wir gerne kaufen, deren Kauf uns Spaß und Freude bereitet. Für die wir uns gerne zwei Stunden im Hochsommer an eine Kasse stellen, bis wir an der Reihe sind. Für die wir auch mal etwas mehr bezahlen. Das ist Shoppen!
Und dazu eben fehlt mir die Zeit, vielleicht auch die Motivation, denn es gibt tatsächlich andere Sachen, die ich lieber mache. Und umso mehr genieße ich die wenigen Möglichkeiten in die Stadt shoppen zu gehen. Doch wenn ich es einfach nicht schaffe, mir Stress, Warten und Stadttroubel ersparen will, dass shoppe ich im Internet. Und da gibt es zum Glück ja reichlich Futter. Einige Versandstellen schicken mir auch immer wieder nette Kataloge mit niedlichen Bestellzetteln, die ich allerdings nur für meine Notizen benutze. Bestellt wird am PC, schneller, ohne Porto und Lesefehler. HA, haste gedacht. Nee, nee, nee. Die unterschiedlichen Versandhändler des weltweiten Netzes haben ihre eigenen Shoppingfallen.
Der Händler, von dem ich immer noch gerne meine Bastelsachen beziehe, zum Beispiel. Den find ich schon toll. Es gibt tolle Pakete, die man super wiederverwerten kann, und das Material ist wirklich gut. Aber ich unterlasse es tunlichst dort etwas Kleines, Zerbrechliches zu bestellen. Das kommt beim ersten Mal zerbrochen an, wird sofort zurückgeschickt, mit der Bitte, doch bitte Ersatz zu liefern. Kleine Deko-Osterhäschen, oder Tongestecke für den Garten, oder Teelichgläser. Nur leider bekomme ich nie ein ganzes Exemplar dessen gesendet, was ich haben wollte. Das nächste Mal ist das gute Stück wieder zerbrochen. Und beim dritten Mal bekomme ich ein "Leider ist der Artikel nicht mehr verfügbar" mit geschenkten Versandkosten für die nächste Bestellung. Nunja.
Noch eine Sache, die ich des öfteren übers Internet bestellte, sind Kinderkleider. Denn mit Kind shoppen zu gehen, ist schon fast wieder einkaufen. Fertig wird man selten, und glücklich auch nicht wieder. Die im Beitrag von vorletzter Woche erwähnte Fernsehberieslung ist da keine Hilfe. Also bestelle ich bei tollen Händlern im Internet, mit guter Qualität und netten Preisen. Tatsächlich! Bis jetzt konnte ich mich nicht beschweren. Mein Kleiner sieht wunderhübsch in diesen Sachen aus und ich mag sie auch. Doch dann kam ich auf die Idee, ihm Gummistiefel dort zu bestellen. Zuerst kamen sie zwei Nummern zu klein. Gut, kann passieren. Blöd, dass ich mehr als einen Monat darauf warten musste, aber egal. So leicht lass ich mich nicht erschüttern. Gestern kam der Umtausch. Freudig zog ich den ersten Schuh heraus, links, die richtige Größe. Erst als ich den zweiten Schuh betrachtete kam ich etwas ins Stocken. Der war nun eine Nummer zu groß, und ebenfalls ein linkes Exemplar. Ich trugs mit Fassung und hab erst mal gelacht. Sowas passiert ja auch nicht alle Tage. Dabei bin ich der Meinung, dass mein Sohn gar nicht zwei linke Füße hat. Er tanz ganz hübsch, hüpft und springt, also nein, das geht leider nicht. Die Stiefel sind schon wieder auf dem Rückweg und ich denke mir, dass das immer noch angenehmer ist, als nach einer langen Shopppingtour zu Hause festzustellen, dass irgendwas zu klein oder falsch eingekauft wurde, und dann den ganzen Weg nochmal zurück zu müssen. Beim Internetshopping kann so ein Flop schneller zurückgeschickt werden und ich brauche keine Angst zu haben, dass der Kauf nicht auch zurückgenommen wird. Fehler passieren eben. Nur zu blöd, dass mein Sohn bei dem Wetter noch immer keine Stiefel hat.
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Kinder und Krankheiten
Kinderkrankheiten sind ja mal wirklich saublöd.
Erstens brechen sie mit absoluter Vorliebe um drei Uhr nachts aus. Wenn um drei Uhr nachts die Schlafzimmertür aufgeht, ein kleines Etwas zu mir ins Bett schleicht, oder neben mir aus dem Schlaf hochschreckt, kann ich garantiert sagen, dass ich am nächsten Tag, übermüdet, mit Kinderrotz, Tränen oder anderen Körperausscheidungen bekleckst, beim Kinderarzt abrücke, nur um mit einem Packen kindergerechter Medikamente wieder nach Hause zu kommen. Um drei Uhr nachts. Das ist die magische Zeit. Manchmal liege ich still da, mit offenen Augen, lausche in die Dunkelheit und hoffe inständig, kein Krähen zu hören, keinen Mucks, nicht mal ein kleines „M“. Und wenn dann doch, bin ich schnurstracks auf den Beinen. Das ist das zweite große Problem an Kinderkrankheiten.
Sie rauben den Eltern den Schlaf. Nicht nur den, den man zwischen drei und vier hat. Sondern in regelmäßigen Abständen, bei mir im zwei Stunden Takt, gibt es ein erneutes Aufschrecken. Das sieht dann so aus. Drei Uhr: Aufwachen, halb vier: gröbste Krankheitsanzeichen hemmen, vier Uhr: trösten, halb fünf: versuchen einzuschlafen, fünf Uhr: wieder Aufwachen,…
Um acht stell ich dann erstaunt fest, dass ich schon wieder in der Kinderarztpraxis anrufen kann. Dann geht es damit weiter, dass ich irgendwie organisieren muss, ob und wie ich in die Uni komme, bzw. wer denn mein Kind hüten kann. Beim Kindergarten anrufen, ein Auto herbeischaffen, denn unseres steht wahrscheinlich vor der Schule, in der mein Verlobter als Referendar arbeitet. Denn schließlich sind wie am dritten Minuspunkt der gemeinen Kinderkrankheiten: Das ganze Drumherum. Das regt ja so was von auf. Nicht schlimm genug, dass das eigene Kind krank ist, Fieber hat, jammert, etc. NEIN Da gibt es einfach noch abermillion Kleinigkeiten, die tatsächlich Aufmerksamkeit verlangen. Nach der schon erwähnten langwierigen Nacht.
Zum Schluss aber, denn aller guten Dinge sind eben nicht immer nur drei, das hinterlistigste an Kinderkrankheiten. Sie heißen Kinderkrankheiten, haben können sie aber alle. Vor allem auch Mütter. So ergangen mir letztes Wochenende, als die Kindergarten-Magen-Darm-Grippe plötzlich befand, dass ich ein viel reizvolleres Opfer wäre. Mit einem Mal fand ich mich beim notärztlichen Bereitschaftsdienst wieder, weil ich total dehydriert nichts mehr außer wimmern und würgen konnte. Keine schöne Erfahrung. Und das obwohl ich dachte, nach vier Monaten übelster Schwangerschaftsübelkeit so einiges gewöhnt zu sein. Das hat mich dann doch überrascht.
Und der wirkliche Gipfel über all diesen Negativpunkten ist: Es gibt kein Entkommen. Sie sind wie die Borg die daherkommen, „Wiederstand ist Zwecklos“ murmelnd, und alles befallen, was in ihre Nähe kommt. Nein, da gibt es nur die Möglichkeit: Augen zu und durch. Und wenn es beim Notarzt endet.
Samstag, 9. Oktober 2010
Von Rutschen und Fernsehern
Ein kleines Gedankenexperiement: Stellt euch mal vor, ihr wärt nochmal drei (oder zwei, oder vier, das kommt ziemlich aufs Selbe hinaus). Eure liebe Mama schleift euch samstags zum Schuhgeschäft. Viele dutzend Schuhe in allen Größen und Farben. Und daneben eine Rutsche.
Schuhe oder Rutsche. Rutsche oder Schuhe. Schuhe. Rutsche. Rutsche. Rutsche. Schuhe? Rutsche!
Nicht mal verzogene Mini-Tussen stehen derart auf rosa Schuhe, dass sie die Rutsche nicht vorzögen.
Was macht man also als liebe Mama? „Komm, wir schauen uns die Schuhe an.“
„Rutschen will!“
„Nee, erst die Schuhe.“
„Wenn wir die Schuhe ausgesucht haben. Schau mal, die sind doch hübsch!“
„Rutschen!“
„Nee, erst Schuhe!“
„Rutschen!“
„Schuhe!“
Das Ende vom Lied ist, dass ich zwischen jedem Paar, das anprobiert wird, eine Rutschpause einlegen muss, bei der mein Sohn zwanzig Minuten Angst vor den anderen Kindern hat, die gerade am Rutschen sind, und weder vor noch zurück geht, bis diese verschwunden sind.
Um also drei Paar Schuhe zu finden, die bei seinen breiten Latschen (ja, ich geb‘ zu, ich bin schuld, bei meinen Füßen sieht‘s leider nicht anders aus) auch passen, brauche ich über `ne Stunde. Und dann ist es mir auch egal, ob die Schuhe braun, schwarz oder rosa sind (ja, das sind die Farben, die wir dann auch gekauft haben!).
Aber wehe ich als liebe Mama komm auf die Idee, dass ich ja auch mal Schuhe kaufen könnte. Da geh ich wirklich höchstens einmal im Jahr ins Schuhgeschäft und dann das.
„Mama, rutschen!“
„Ja, geh doch rutschen.“
„Mama mit!“
„Nein, das kannst du alleine.“
„Angst hab.“
„Aber wovor denn?“
„Mann? Frau? Kindern?“
„Ich will jetzt auch mal Schuhe anprobieren. Setzt dich kurz dahin.“
„Mama, Arm!“
„Dann kann ich aber keine Schuhe anprobieren, und dann brauchen wir noch länger.“
„Arm!!“
Ein Glück, dass ich nie alleine mit meinem Sohn ins Schuhgeschäft gehe, oder generell etwas für ihn kaufen.
Genauso intelligent wie die Rutschen in der Kinderschuhabteilung sind die Fernseher bei den Bekleidungsgeschäften. Klar will mein Kind noch fünf verschiedene Hosen und sechs Pullis, drei Hemden und eine Jacke anprobieren, wenn nebenan ein Cartoon kommt. Natürlich. Kinder schauen doch freiwillig keine Cartoons, wenn es Kleider zum Anziehen gibt. Niemals!
Das wäre wie eine 24-Stunden Sport-Live-Übertragung in der Männerabteilung oder kostenlose Gesichtsbehandlung und Maniküre in der Frauenabteilung. Gute Idee, oder? Warum dürfen nur die Kinder ihren Spaß haben? Oder ist das eine Verschwörung gegen arme Eltern, die bei solch Nervenaufreibenden Einkäufen mit Sicherheit etwas vergessen, also wiederkommen müssen, um noch mehr zu kaufen. Muahaha. Vielleicht stecken die Kindersendungen dahinter, die so ihr Publikum ein den Kreis der Süchtigen ziehen wollen. Ohhh, die sind clever.
Aber am cleversten sind Onlineschuhshops. Bei kostenlosem zurücksenden kann ich die Kinderschuhabteilung in mein Wohnzimmer verlegen. Da steht zwar auch ein Fernseher und ein Sofa (Trampolin schlägt Rutsche, haha), aber ich habe die Macht. Ich entscheide, wann die Flimmerkiste aus, und das Kind auf dem Boden bleibt. Es lebe das Matriarchat!!!